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Kombinierte Dachdämmung im Neubau
Dienstag, 11 August, 2009
Starke Kombis / Jedem das Seine / Kombinierte Dämmsysteme
Heute schon Zukunft bauen / Nach der EnEV ist vor der EnEV
In 11 Jahren wird die dann sehr wahrscheinlich geltende EnEV 2020 für das Dach einen U-Wert von etwa 0,1 W/m²K fordern. Mindestens 30 cm dicke Dachkonstruktionen sind als kombinierte Dämmsysteme allerdings schon heute kein Zauberwerk.
Die Roadmap ist klar abgesteckt. Nach einem U-Wert von 0,3 W/m²K in der EnEV 2007 folgt 0,24 W/m²K in der EnEV 2009. Die EnEV von 2012 soll dann einen U-Wert von 0,15 W/m²K für das Dach anpeilen, um mit der EnEV 2020 das Ziel 0,1 W/m²K anzulaufen. Dann wird dieses Land fast alles geregelt haben, um maximale Energie am Dach zu sparen.U-Wert-Entwicklung für das Dach bis 2012:
EnEV U-Wert Ca. Dämmstoffdicke bei λ 035
(nur Dämmstoff, ohne Berücksichtigung der schlechter dämmenden Sparren)
EnEV 2007 - 0,30 W/m²K - ca. 160 mm
EnEV 2009 - 0,24 W/m²K - ca. 200 mm
EnEV 2012 - 0,15 W/m²K - ca. 250 mm
EnEV 2020 -  0,10 W/m²K - ca. 330 mm
Während die aktuelle EnEV 2009 mit rund 200 mm Dämmstoff noch gerade so mit der üblichen Technik zu lösen ist, wird bereits der nächste Schritt in der EnEV 2012 mit etwa 250 mm kaum noch einlagig zu lösen sein. Ganz davon abgesehen, dass einlagige Dämmungen mit hohen Dämmdicken zu Wärmebrückeneffekten am Holztragwerk führen. Dann werden sich die Holzsparren im Winter als Wärmebrücken abzeichnen. Lediglich im Neubau könnten spe¬zielle Doppel-T-Holzträger dieser Forderung mit einlagiger Dämmung gerecht werden.
Mit der EnEV 2012 (in drei Jahren), wird die zweilagige Dämmung interessant. Sie kann aus Zwischen- und Aufsparrendämmung aber auch aus Zwi¬schen- und Untersparren¬däm¬mung bestehen. Doch spätestens ab der EnEV 2020 geht, mit einer mindestens geforderten Gesamt-Dämmstärke von über 300 mm, kein Weg mehr an der Zwischenspar¬rendämmung in Kombination mit der Aufspar¬ren¬dämmung vorbei.
Es wird sicherlich bis dahin noch weitere Lösungen geben (leistungsfähige Doppel-T-Holzträger, Vakuumdämmung), aber das klassische handwerklich geprägte Pfettendach mit üblichen Holz¬dimensionen wird vermutlich noch sehr, sehr lange Zeit wettbewerbsfähig den Markt bestimmen und das Gros der Baumaßnahmen ausmachen. Diese Technik ist jetzt schon verfügbar, preis¬wert und ausgereift und mit heutigen Dampfbremsen, Klebstoffen und Hilfsmitteln, unter Beach¬tung der Verar¬bei¬¬tungs¬vorschriften, solide ausführbar. Hier eine Betrachtung einer solchen Technik.
Die fast ideale Konstruktion
Hoch gedämmte Dachkonstruktionen aus verschiedenen Dämmstoffen sind heute am Bau durchaus üblich, aber in der technischen Beratung nicht verfügbar. Das hängt vor allem damit zusam¬men, dass die Dämmstoffhersteller von EPS und MW untereinander Wettbewerber sind und deshalb keine technischen Aussagen für den anderen Dämmstoff und auch keine Beratung für Mischsysteme anbieten. Dabei kennt heute jeder am Bau beteiligte die Stärken und Schwächen der jeweiligen Dämm¬stoffe. Mineralwolle bietet einen guten Schall- und Brandschutz und lässt sich leicht zwischen den Sparren montieren. Sie ist aber weich, winddurchlässig, in den druckfesteren Ausführungen schwer, als Auf¬sparrendämmsystem teuer und umständlich und sie staubt und juckt bei der Verar¬beitung. Dagegen kann EPS zwischen den Sparren, trotz verschiedenster Versuche der Indu¬strie, keinen Blumentopf gewinnen. Schall- und Brandschutz sind nicht erwäh¬nenswert. Aber auf dem Sparren sind EPS-Systeme mit ihren mehrfachen umlaufenden Nut-Feder-Systemen, der hohen Druckfestigkeit, dem geringen Gewicht und der dämmstoffbe¬ding¬ten Luftdichtigkeit eine wirklich gute Wahl. Warum also nicht beide Welten zusammenführen? Die Mineralwolle sichert den Schall- und Brandschutz, der darüberliegende EPS-Mantel des Aufsparrendämmsystems optimiert den Wärmeschutz bis zum Passivhausstandard und sorgt für eine hohe Winddichtigkeit.
Luftdichtigkeit ist die Basis von allem
Ein Grund, warum solche gemischten Systeme beim Handwerk auf Skepsis stoßen, ist unter anderem das Thema Luftdichtigkeit. Gemischte Systeme aus verschiedenen Dämmstoffschich¬ten, das ist Bedingung, müssen luftdicht ausgeführt werden. Dieses Thema wurde in der Ver¬gan¬genheit nicht sehr ernst genommen. Doch spätestens mit der Einsicht, dass Wände und Dächer nicht atmen und die Luftdichtigkeit ein sehr wichtiges Kriterium des Wärmeschutzes ist (Blower-Door-Test), wird diesem Sachverhalt die gebührende Beachtung geschenkt. Parallel ist der Wettbewerb rund um Luftdichtungs-Systeme auf hohem Niveau angelaufen. Die System¬idee verdrängt zuneh¬mend den Folien-Billigkauf. Planer und Handwerk erkennen die Bedeutung von hochwertigen Produkten in diesem Sektor. Der Umgang mit professionellen Folien und Kle¬bebändern ist keine exotische Betätigung mehr. Wie man mit modernen Dampfbrem¬sen und leistungsfähigen Klebesystemen erfolgreich und sicher eine luftdichte Ebene aufbaut, war unter anderem im DDH nachzulesen. Der Aufsatz ist auch unter http://www.halama-presse.de/2005/03/17/fachberichtdetails-des-luftdicht-daemmsystems-lds verfügbar.
Dampfoffene Aufsparrendämmungen:
Beim Dampfdurchgang gestaltet sich das Thema komplizierter. Da steckt uns noch die „Grundregel“ in den Köpfen, dass eine gedämmte Konstruktion von innen nach außen immer dampf¬offener werden sollte. Diese Maßgabe war bei den undichten und damit luftdurchlässigen Dach¬auf¬bau¬ten der Vergangenheit auch dringend erforderlich. Man bedenke, dass bei einem luftdurchlässigen Dachaufbau, und das war bis in die 90er-Jahre durchaus üblich, bis zu 1000-fach mehr Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen kann (Konvektion) als bei einem dichten Aufbau. Diese Feuchtigkeit musste schnellstmöglich aus der Konstruktion heraustrocknen können. So machte diese Grundregel Sinn. Heute gelangt per Diffusion durch funktionierende Luftdichtungen nur sehr wenig Feuchtigkeit in die Konstruktion und trifft dort auf dampfoffene Schichten.
Eine regelrechte Revolution haben in diesem Sektor die extrem dampfoffenen Unterdeckbahnen ausgelöst. Das Aufsparrendämmelement 2in1 von Unidek ist zum Beispiel mit einer Unterspannbahn kaschiert, die einen sd-Wert von 0,045 m aufweist. Je nach Dämmdicke besitzt das EPS-Dämmelement inklusive Unterdeckbahn einen sd-Wert zwischen
1,7 m   (80 mm dickes Element),
3,0 m (160 mm dickes Element) und
4,0 m ( 200 mm dickes Element).
(Die sd-Werte wurden ermittelt mit Hilfe der Software MF-Bauphysik von Markus Friedrich Datentechnik) Das Aufsparrendämmsystem 2in1 von Unidek ist damit quasi dampfoffen. Einer EPS-Aufsparrendämmung in Kombination mit einer Mineralwolle-Zwischensparrendämmung steht nicht s mehr im Wege.
Wie sich Dämmschichten aus verschiedenen Dämmstoffen mit verschiedenen Dampfbremsen und Unterdeckungen verhalten, lässt sich leicht mit einem Programm berechnen. Maßgebende Einflussfaktoren für diese Rechengänge sind die Dampfbremsen und die aufkaschierte Unterdeckbahn auf dem Aufsparrendämmelement. Die gezeigten Berechnungen wurden mit einer Software von Markus Friedrich Datentechnik gemacht.
In Kombination mit einer Dampfbremse / Luftdichtung aus einer bauüblichen PE-Folie (sd = 50 m) besteht keinerlei Zweifel an der Funktionstüchtigkeit einer solchen gemischten Konstruktion. In Abbildung (2in1+MW+PE50 + V6 + V2 ) sind zwei weitere Dampfbremsen mit sd = 6 m und eine extrem dampfoffene Luftdichtung / Dampfbremse mit sd = 2 m berechnet. Das Ergebnis ist stets positiv. Ein gemischtes Dämmpaket aus dem Aufsparrendämmsystem 2in1 von Unidek und Mineralwolle funktioniert.
Und wie funktionieren gemischte Dämmsysteme in der Sanierung?
Lesen Sie dazu den zweiten Teil dieses Aufsatzes.
Fazit: Gemischte Dämmsysteme aus EPS-Aufsparrendämmungen und Mineralwolle als Zwi¬schen¬sparrendämmung sind heute besonders wirtschaftlich und auch unter bauphy¬sikalischen Aspekten solide machbar. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten die dampfoffenen Unterdeckbahnen.
Bildtexte:
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Schichtenaufbau einer gemischten Dämmkonstruktion aus EPS-Aufsparrendämmung 2in1 von Unidek und einer Mineralwolle-Zwischensparrendämmung.
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Darstellung des Schichtenaufbaues, des U-Wertes und der Glaser-Diagramme für verschieden dichte Dampfbremsen mit sd = 50 / sd = 6 m / sd = 2 m.
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Verschraubung von Aufsparrendämmsystemen mit schräger Schraube.
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Aufsparrendämmungen, wie hier 2in1 von Unidek, schaffen einen vollflächigen, in der Fläche weitgehend luftdichten Dämmmantel über den Sparren.
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Das doppelte, umlaufende Nut-Feder-System des Aufsparren-Dämmelementes 2in1 von Unidek sorgt zusammen mit der verklebten Überdeckung für eine sehr winddichte Ausführung.
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Detaillierter Schnitt eines Ortganges mit geringem Dachüberstand und Anschluss an ein WDVS.
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Detaillierter Schnitt eines Ortganges mit außen liegenden Sparren, größerem Dachüberstand und Anschluss an eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade.
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Traufausbildung mit großem Dachüberstand, Knaggen und Anschluss an eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade.
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Traufausbildung mit kleinem Dachüberstand, Traufbohle und Anschluss an ein zweischaliges, kerngedämmtes Verblendmauerwerk.
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Detailausbildung eines Schornsteindurchbruches.
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Detailausbildung rund um eine zweischalige Haustrennwand mit der Lösung von Brandschutz- und Schallschutzanforderungen.
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