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Fachbericht: Preiswertes Urgestein
Kosten Schieferdach und Schieferfassade
Montag, 6 April, 2009
Urgestein mit guten Aussichten
Beim Schiefer handelt es sich um ein Sedimentgestein, das vor etwa 400 Millionen Jahren aus Tonschlamm-Massen entstand. Hoher Auflagedruck verfestigte die Massen immer mehr zu Tonstein. Bei der späteren Gebirgsbildung wurden die Steinschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Durch die gleichmäßige Ausrichtung der Minerale, durch Glimmerlagen und durch die Verzahnung untereinander entstand die für Schiefer charakteristische Spaltbarkeit im bergfeuchten Zustand.
In einem hochwertigen Schiefer sind bis zu 90 Glimmerlagen pro Millimeter, bei einer 5 mm dicken Steinplatte also rund 450 Schichten pro Stein nachweisbar. Innerhalb dieser Schichtung ist der Stein im bergfeuchten Zustand spaltbar. Heute sind Spaltstärken von etwa 5 mm üblich. Die einzelnen Schichten werden von Glimmerlagen unterbrochen. Sie verleihen dem Schiefer den feinen seidigen Glanz. Durch Abwitterung gelangen immer wider neue schimmernde Glimmerlagen an die Oberfläche. Eine Schieferplatte wird auf diese Weise nach 100 Jahren um etwa 0,3 mm dünner. Der geringfügige Materialverlust hat für die Haltbarkeit eines Daches deshalb keine Bedeutung, erklärt aber, warum ein Schieferdach auch noch nach Jahrzehnten elegant schimmert.
Moselschiefer ist eine der ältesten und bekanntesten Schiefermarken. Das Gestein wird in den Rathscheck-Bergwerken Katzenberg und Margareta in Mayen bei Koblenz in bis zu 300 Meter Tiefe unter Tage gewonnen. Der größte Schieferproduzent weltweit ist Spanien. Dort wird Schiefer meist im Tagebau gewonnen. Je nach Region und Tradition sind es Schieferplatten mit einer Dicke von 3 bis 4 mm (Frankreich) oder 4 bis 6 mm (Deutschland und z.B. England).
Schiefer gibt es in verschiedenen Farben. Der klassische, meist verlegte Schiefer ist der blaugraue seidenmatt glänzende Stein. Daneben gibt es aber auch natürliche Schiefervorkommen in gründlichen und rötlichen Farbtönen. Die Farbe hängt u.a. von den eingelagerten Mineralien ab.
Schieferqualitäten werden nach DIN EN 12326 bewertet. Darin sind vor allem Forderungen bezüglich Säurefestigkeit und Kalkgehalt festgelegt. Daraus resultiert, dass einige wenige Schiefervorkommen, die erhöhte Kalkgehalte aufweisen, in höheren Spaltdicken angeboten werden müssen. Die meisten Schieferanbieter halten Prüfzeugnisse nach der neuen EN 12326 verfügbar. Somit können in Ausschreibungstexten entsprechende Bedingungen wie z. B. eine Säurefestigkeit (Codebezeichnung nach EN 12326: S1) oder einen Gesamt-Karbonatgehalt unter 5 % (bei normalen Spaltdicken) ohne weiteres vorgegeben werden. In Deutschland werden fast durchweg nur Schiefer der besten Qualität angeboten. Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass Schieferdeckungen im hohen Maße sturmfest sind.
ABBILDUNGEN:
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Im Bergwerk: Moselschiefer wird in Mayen bei Koblenz unter Tage aus dem Berg geschnitten und in Loren zutage gefördert. Dort werden die Schiefer gespalten, zugerichtet und nach Steingrößen zwischengelagert.
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Altdeutsch: Das Holstentor trägt eines der berühmtesten Schieferdächer Deutschlands.
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Schieferdach: Schieferdächer sind manchmal wahre Kunstwerke.
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Windsog: Schieferdächer widerstehen durch ihre Kleinteiligkeit Stürmen.
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Farbschiefer: Neben den graublauen gibt es auch grüne und rote Schiefer.
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Fassade Dynamisch: Neue Schieferdeckarten begeistern Architekten und Bauherren.
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Preise: Irrtum Preise: Neben den handwerklich aufwendigen Deckarten können Bauherren heute auf viele neue, preiswerte Schieferdeckarten zurückgreifen. Mit rund 40 Euro pro Quadratmeter (Material + Verarbeitung) geht es an der Fassade los. Auf dem Dach ist Schiefer ab etwa 50 Euro zu haben.
Fotos: Rathscheck Schiefer
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Rathscheck Schiefer im Internet: www.rathscheck.de
