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Fachbericht: Universal-Deckung: Löst sie den Bogenschnitt ab?
Sonntag, 25 November, 2007
Links und rechts und überhaupt
Der neue Universal-Deckstein von Rathscheck ähnelt der Bogenschnitt-Deckung. Das Format lässt sich universell links, rechts und auf dem Bogen stehend, wie eine Wabe, eindecken. Logistik ist das Zauberwort.
Die Universal-Deckung steht für solide, rationelle und preiswerte Schieferdächer. In der Optik entspricht diese neue Deckart der Bogenschnitt-Schablone. Sie erfüllt damit die Ansprüche von Kunden, die eine Deutsche Deckung mit dem typischen Schwung des Rückens wünschen. Selbst ein Profi wird von weitem den Unterschied zur Bogenschnitt-Deckung kaum erkennen.
Noch gibt es in den Regelwerken des ZVDH keine Verlegevorschrift für Universal-Schablonen. Daher sind die Vorgaben von Rathscheck Schiefer bindend. Die Universal-Schablone ist von der Bogenschnitt-Deckung abgeleitet, und so gelten hier die gleichen Regeldachneigungen und Überdeckungen wie bei der Bogenschnitt-Schablone.
Bei der Entwicklung des neuen Formates mussten viele Details sorgfältig bedacht werden. Unter anderem ist bei links- und rechtsdeckenden Schiefern die Fersen-Thematik zu bedenken. Der Universal-Deckstein hat zwei ausgeprägte Fersen, eine am Fuß und eine am Rücken oder eben umgekehrt. Hier tropft, egal ob links oder rechts verlegt, das Regenwasser gezielt ab.
Auch die Brust, die beim Universal zugleich Kopf sein kann, muss laut Fachregeln entweder gesägt, oder von vorne bzw. von oben behauen sein. Es muss eine sichtbare, scharfe kante vorhanden sein. Solche, im ersten Augenblick harmlos klingende Vorgaben, stellen an die Produktion der Schablonen ungeahnte Herausforderungen.
Im Herbst beginnt Rathscheck Schiefer mit der Auslieferung von zwei neuen Format-Größen des Universal-Decksteines. Brust und Kopf sind gerade geschnitten und zwei Fersen hat der Stein auch. Den Universal-Deckstein gibt es dann neben dem bisher erhältlichen Format 20×20 auch in den Größen 25×25 und 30×30 cm.
Zauber-Logistik für den Handel
Für den Schieferdecker erscheint das Thema einfach. Doch die Wirklichkeit im Schiefervertrieb sieht anders aus. Linke und rechte Steine werden vom Handel oft, sehr oft, verwechselt. Der Profi weiß, dass ein rechter Stein einer ist, der nach rechts gedeckt wird, also den Bogen links hat. Diese einfache Sichtweise ist dem Handel zunehmend schwerer zu vermitteln. Für den Handel ist ein rechter Stein oft einer, der den Bogen rechts hat – falsch. Solche Verwechslungen sind für alle Seiten unangenehm und teuer.
Bei den drei Bogenschnitt-Formaten 20×20, 25×25 und 30×30 und linken und rechten Steinen muss der Handel sechs Formate disponieren. Mit den Universal-Schablonen reduziert sich die Lagerhaltung und die Kapitalbindung um die Hälfte. Im Gegenzug verdoppelt sich die Mengenverfügbarkeit.
Logistik + Qualität für das Dach
Das neue Schieferformat ist aber nicht nur eine Vereinfachung für den Handel. Auch auf dem Dach macht die Logistik einen Sprung. Auf die Baustelle wird nur ein Steinformat geliefert. Vor Ort kann entschieden werden, ob links oder rechts gedeckt wird. Mal ehrlich: Wie oft wird rechts gedeckt, wo eigentlich - dem Wetter nach - links hätte gedeckt werden sollen. Jetzt ist das Thema erledigt. Auch an Gauben, wo fliehende Kehlen linke und rechte Steine auf den Gauben fordern, lässt sich nun alles mit einem Stein eindecken.
Einen weiteren Vorteil gibt es bei der Überdeckung. Der Universalstein hat die gleiche Lochung wie eine Bogenschnitt-Schablone, durch den flach verlaufenden Rücken aber eine um ca. einen Zentimeter größere Seitenüberdeckung im Bereich des unteren Brustlochs. Dies erhöht die Regensicherheit. Mit den zwei ausgeprägten Fersen hat der Schieferdecker zudem auch zwei eindeutige Orientierungspunkte für seine Arbeit. Bei einem halben Zentimeter Fersenversatz ergibt sich automatisch die entsprechende Seitenüberdeckung. Und zum Schluss vereinfacht sich natürlich auch beim Schieferdecker die Lagerhaltung.
Fazit:
Immer den richtigen Stein zur Hand, egal ob links oder rechts gedeckt wird. Die Lagerhaltung halbiert und die Qualität der Deckung voll im Griff. Das verspricht die neue Universal-Deckung.
Bautafel:
Wohnhaus in Mendig
Dachdecker: Martin Söhn GmbH, Mendig
Schiefer:
Universal-Schablonen von Rathscheck Schiefer, Mayen
Gespräch mit Martin Söhn:
FRAGE: Herr Söhn, Sie sind einer der ersten Schieferdecker, die das neue 30×30 Universal-Format verarbeitet haben. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?
SÖHN: Man arbeitet mit dem neuen Universalstein wie bei der Bogenschnitt-Deckung. Fußgebinde, Anfang- und Endorte sind gleich einzudecken. Der Stein lässt sich aber universeller einsetzen.
FRAGE: Was heißt universeller?
SÖHN: An diesem Dach haben wir zum Beispiel eng nebeneinander stehende Satteldachgauben. Auf dem Gerüst das zwischen den Gauben aufgebaut wurde müssten üblicherweise vier Steinformate bereit liegen, linke 25×25, linke 30×30, rechte 25×25 und rechte 30×30. Mit dem Universal sind es nur zwei Formate. Das vereinfacht die Arbeit und geht schneller.
FRAGE: Wie haben Sie Ihrem Kunden das neue Format erklärt?
SÖHN: Ich habe dem Kunden den Schiefer gezeigt und ihm gesagt, dass das Universal-Format der Bogenschnitt-Deckung gleicht. Der Kunde wollte eine preiswerte Deckung und konnte keinen Unterschied zur Bogenschnitt-Deckung erkennen. Für einen Laien gibt es keinen Unterschied.
FRAGE: Wo sehen Sie den Vorteil für Sie als Schieferdecker?
SÖHN: Der Stein ist wirtschaftlicher. Ich habe keine Lagerhaltung verschiedener Schieferformate auf dem Hof, eben Linke und Rechte, und weniger Sorten auf der Baustelle. Vor allem können wir als Schieferdecker dem Bauherren eine günstige Alternative zum Pfannendach anbieten und damit dem Haus einen besonderen Charakter geben.
ABBILDUNGEN:
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Foto 1 + 2: Bogenschnitt oder Universal? Der Unterschied ist bereits aus wenigen Metern Entfernung kaum noch erkennbar.
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Foto 3: Beim genaueren Hinsehen bemerkt man die zweite obere Ferse. Sonst verschwimmt das Rückenbild, als wäre es eine Bogenschnitt-Deckung.
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Foto 4 + 5 + 6: Die Verlegung des Universal-Steines unterscheidet sich nicht von der Bogenschnitt-Schablone. Der flachere Rücken sichert etwa einen Zentimeter mehr Seitenüberdeckung.
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Foto 7: An diesem Giebel präsentiert sich die ganze Vielfalt der möglichen Deckungen. Die Fassade ist links und rechts und auch auf dem Bogen stehend, wie eine Wabendeckung gedeckt.
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Foto 8: Bogenschnitt oder Universal? Aus 20 Metern Entfernung ist kein Unterschied mehr zu erkennen..
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Foto A: Links und rechts und auf der Ferse stehend: Die Universal-Deckung vereinfacht vor allem die Logistik.
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Foto B + C: Martin Söhn, Mendig.
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Rathscheck Schiefer im Internet: www.rathscheck.de
