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Reportage:
LDS-System im Einsatz in Potsdam Schiffbauergasse
Mittwoch, 1 November, 2006
Luftdichtung für Kaisers Ställe
Luftdichtung mit Hindernissen
Der luftdichte Ausbau von Dachgeschossen ist ein aktuelles Thema stets mit kleinen Hindernissen. In Potsdam wurden die kaiserlichen Pferdeställe, von Schinkel geplant, zu einem Kulturzentrum ausgebaut. Anbei: Luftdichtung im Detail.
Über Luftdichtungen wird viel diskutiert. Dabei tauchen immer wieder unausrottbare Begriffe wie „atmende Wände” auf. Erstaunlich ist, wie zäh sich diese ursprüngÂlich aus der Werbesprache stammende Wortschöpfung selbst im Gebrauch unter Fachleuten hält. Wie sagte es Prof. Dr. Gertis einst sinngemäß: Durch das Schlüsselloch eines Badezimmers strömt mehr feuchte Luft heraus, als durch alle umÂfassenden Wände dieses Bades zusammen.
Natürlich müssen Baukonstruktionen, insbesondere Neubauten oder Sanierungen mit Feuchteschäden die Möglichkeit haben, ihre zu viele FeuchtigÂkeit abzuleiten, auszutrocknen. Diese Wände atmen aber nicht, sie trocknen durch langsame Diffusionsvorgänge aus.
Luftdichte Konstruktionen erfüllen vor allem den Sinn, die eingeÂsetzten Dämmstoffe trocken und funktionstüchtig zu halten. Und auch hierbei ist mit dem Märchen ein Ende zu machen, dass Schadensfeuchte von Außen kommt. In den meisten Fällen stammt die Feucht in schadhaften Konstruktionen aus dem Inneren der Räume, aus Duschen oder Küchen. Dort entstehen die gewaltigen Mengen an Wasserdampf, die den KonstrukÂtionen zu schaffen machen. Und vor allem dort gilt es die Luftdichtung zu installieren. Und es werden dafür nicht irgendeine Folien und Klebebänder genommen, sondern spezielle Folien und ganz spezielle Klebestoffe eingesetzt. Denn nur im System lassen sich luftdichte Ebenen erzeugen, die tatsächlich und über Jahrzehnte funktionieren.
Am Beispiel eines Bauvorhabens in Potsdam sei hier exemplarisch eine vorbildliche Planung und der Einbau einer Luftdichtungsebene dargestellt. Dabei werden auch Unwägbarkeiten beschrieben.
Das Objekt um das es sich hier handelt, sind die Kaiserlichen PferdeÂställe. Einst wurden diese Bauwerke 1829 von keinem geringeren als Schinkel erbaut. Die Ställe gehörten zur ersten Kasernenanlage in Deutschland. Bis dahin wurden Soldaten der kaiserlichen Armee privat einquartiert. In Potsdam entstand damals erstmals eine professionelle Unterkunft für Soldaten, Offiziere und Pferde - eine riesige Kaserne. Die Pferdeställe erlebten in den zurückliegenden JahrÂhunderten die verschiedensten Nutzungen. Selbst der russische KGB hat hier residiert. Jetzt entsteht im Rahmen der Sanierung des Quartiers Schiffbauergasse in den alten Pferdeställen mit angeschlossener Reithalle ein Kulturzentrum. Dazu mussten die Räume des Zentrums für Kunst und Soziokultur grundlegend saniert, umgebaut und natürlich so gut es, vor allem im Bereich der großen Dachgeschosse, mit Wärmedämmung versehen werden. Es wurden schadhafte Holzbalken ausgetauscht, Teile der Konstruktion erneuert und wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Neue Nutzungen als Theater-, Ausstellungs- und Vortragsräume bringen wieder Leben in die lange ungenutzten, aber in bester zentraler Lage dahinsiechenden Bauten.
Beim Einbau der Luftdichtungen ist es dabei bei weitem nicht damit getan, die Folien sauber untereinender und an die umschließenden Wände zu verkleben. Es stellt sich die Frage, wo verlaufen Technikebenen, Lüftungen oder Kabelkanäle? Wie sind die Baustoffe beschaffen, an die diese Lüftungsebene angeschlossen werden sollen. Sind diese Oberflächen trocken und glatt genug, um eine sichere und dauerhafte Verklebung zu gewährleisten?
Hier ist eindeutig ein Profi gefordert, der sich schon mit solchen Themen beschäftigt hat. Denn ist die Gipsplatte erst montiert, kann es bei einer fehlerhaften Luftdichtung teuer werden.
Im Fall des Kulturzentrums entscheiden sich die Architekten für eine 20 cm dicke Zwischensparrendämmung und das LDS Luftdicht-Dämmsystem von Knauf Insulation. Das System ist auf eine Haltbarkeit von 50 Jahren getestet und erfüllt damit zurzeit die höchsten Anforderungen an eine solche Funktionsebene. Bedingung ist allerdings der Einsatz im System, denn nur wenn Folien und Klebebänder aufeinander abgestimmt sind, gelingt das Unterfangen auch dauerhaft.
Im vorliegenden Fall planten die Architekten die Technikebene in einen ohnehin vorhandenen Drempel zu legen. Alle Versorgungsleitungen verlaufen im Inneren des Gebäudes, d.h. die Luftdichtungsebene wurde so gelegt, dass sie später nicht mehr unplanmäßig für die Verlegung irgendeines vergessenen Kabels perforiert und wieder geflickt werden muss.
Die großen, langen Dachräume wurden durch Giebelwände aus KS-Blöcken mit Dünnbettmörtel und mörtelloser Stossfuge in einzelne Räume unterteilt. Das Giebeldreieck ist oberhalb des gezahnten KS-Mauerwerks mit Beton glatt betoniert. In den Wänden sind im BeÂreich späteren Drempels DurchbrüÂche für verschieÂdene Medien vorgeÂseÂhen.
Das ausführende Trockenbauunternehmen musste neben der DämÂmung vor allem eine luftdichte Ebene herstellen. Im ersten Schritt wurden auf Höhe der späteren Luftdichtung die KS-Wand und der aufbetonierte Betonstreifen mit einem schnell abbindenden Kunstharzspachtel geglättet. Damit verfüllten die Handwerker etwaiÂge Kiesnester im Beton. Daneben wurde der unter Umständen zu feuchte Untergrund für eine Verklebung vorbeÂreitet, denn der schnell abbindende und ebenso schnell trocknende Kunstharzspachtel ist eine gute Basis für eine VerÂklebung.
Mit diesem Spachtel wurden auch die offenen StossÂfugen der KS-Vermauerung geschlossen. Die Stossfugentechnik ohne Mörtel ist weit verbreitet und findet neben den KS-Steinen ebenso Einsatz zum Beispiel in Bims oder Ziegelmauerwerken. Mit einer mehr oder weniger ausÂgeprägten Verzahnung der Stossfugenbereiche wird das Mauerwerk optisch dicht. Anschließend verputzt, spielt die unvermörtelte Stossfuge dann keine Rolle mehr. Doch soll an solche Mauerwerksflächen bereits im Rohbau eine Luftdichtungsebene angeschlossen werden, gibt es Probleme. Verlaufen nämlich die Luftdichtungsebenen quer über moderne Mauerwerke mit nicht vermörtelten Stossfugen, kann Raumfeuchte über die Stossfugen entweichen.
Im Zentrums für Kunst und Soziokultur hat bereits ein Theater und eine Kunstausstellung den Betreib aufgenommen. Der Charme der historischen Pferdeställe ist besonders in der Kunstausstellung noch spürbar.
Fazit: Neben einer bewussten Planung ist auch die qualitativ hochwertige Ausführung von Luftdichtungsebenen von allergrößter Bedeutung für einen funktionierenden Wärme- und Feuchteschutz. Das LDS-System von Knauf Insulation bietet in dieser Hinsicht ein hohes Maß an Sicherheit.
BAUTAFEL:
Bauherr: Landeshauptstadt Potsdam, vertreten durch den Sanierungsträger Potsdam GmbH, Treuhänder der Stadt
Architekt: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
Bauleitung: Architektengemeinschaft Maier und Zierhut GbR, Potsdam
Trockenbau: Herbert Hübner Trockenbau Innenausbau, Basdorf
Luftdichtung: LDS-System von Knauf Insulation
FOTOS:
Die Thermolan-Dämmung von Knauf Insulation funkÂtioÂniert nur dann zuverlässig, wenn sie luftdicht eingepackt wird.
Auf Höhe der LuftÂdichÂtungsebene wurden zuvor Beton und KS-Steine mit unverÂmörtelÂter Stoßfuge verspachÂtelt: Eine gute Basis für die schnelle und zuverlässige Verklebung mit der neuen Kleberaupe von Knauf Insulation.
Folienstöße sollten druckvoll auf Sparren verklebt und am den anschließenden Bauteilen mit systemgeprüften Klebebändern fixiert werden.
Ausbau der Obergeschosse: Hier Büro- oder Vortragsräumen.
Reizvolle offene Dachgeschosse in der Kunstausstellung.
Bausituation der länglichen Pferdeställe.
Fotos: Knauf InsulationKASTEN
Luftdicht für mindestens 50 Jahre
Als erster Dämmstoffhersteller lies Knauf Insulation sein System aus Dampfbremsen und Klebebändern auf eine 50 jährige DauÂerhaftigkeit der Verklebungen testen. Das LDS-System entspricht damit zuverlässig den Forderungen der EnEV. Das System beÂsteht aus den Thermolan-Produkten Unterspannbahn LDS 0,02 (sd-Wert ≤ 0,02 m), der Dampfbremse LDS 2 (sd-Wert = 2 m) oder LDS 100 (sd-Wert > 100 m), dem Klebeband Soliplan (Kraftpapier) und Soliflex (dehnbare Folie), dem Dichtkleber Solifix und dem Dichtband. Neu im System sind die Kleberaupe von der Rolle und verschiedene Luftdichtheitsmanschetten.
Fotos: Knauf Insulation
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