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Reportage:
Beton mit Sandsteincharakter für Gemeindezentrum in Magdeburg
Montag, 12 September, 2005
Komplexe Schönheit / Beton wie Sandstein
Statisch tragend, edel schön und mit interessanten DämmÂdetails, so präsentiert sich die Fassade des GemeindezenÂtrums der St. Petri Kirche in Magdeburg. Der komplexe Betonbau forderte Betoneigenschaften, die mit dem SpezialÂzement Optacolor zuverlässig umgesetzt werden konnten.
Die Ursprünge der St. Petri Kirche in Magdeburg reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Der romanische Turm zeugt noch heute von dieser Zeit. Zum Osten hin schließt sich an diesen gedrungenen Turm eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert an.
Im Norden der St. Petri Kirche, als würde sie dazu gehören, steht die schlichte Wallonerkirche. Ihre Anfänge gehen bis ins Jahr 1285 zurück, als hier die Benediktinermönche ein Kloster gründeten. Es erstreckte sich einst zwischen den beiden Gebäuden am Elbufer entlang. In Folge der Reformation wurde diese Kirche den im 17. Jahrhundert aus dem heutigen Belgien nach Magdeburg eingewanÂderten Wallonen zur Verfügung gestellt.
Hier, in dieser historischen Lage, zwischen Petri- und WallonerÂkirÂche, ist ein Neuanfang geplant. Ein modernes Gemeindezentrum soll Anlaufstelle für Magdeburgs Christen werden. Zusammen mit dem noch anstehenden Neubau eines kleinen PrämonstratenserÂklosters (Prediger- und SeelsorgerÂorden) entÂsteht am Elbufer ein neues geistliches Zentrum.
Der Entwurf für das Kloster und das Gemeindezentrum ist 2001 als 1. Preis aus einem Gutachterverfahren hervorgegangen. Der erste Bauabschnitt, das Gemeindehaus, ging im Frühjahr 2004 in BeÂtrieb. Die umgebenden Gebäude werden ein Ensemble bilden. Im Norden die Wallonerkirche, im Süden die St. Petri Kirche, im Westen zur Stadt hin das Gemeindehaus und im Osten am hohen Elbufer das noch zu erbauende Kloster.
Verwandtschaft in Sandstein
Sandsteine und heller Mörtel prägen die St. Petri Kirche. Das neue Gemeindehaus, der Entwurf stammt von den Architekten TromÂpeter + Münster, Magdeburg, und Pahl + Mersch, Dresden, stellt durch Material und Gebäudestruktur eine Verwandtschaft der BauÂten her. Die Architekten beschreiben ihren Entwurf wie folgt. „Die Gebäudehülle besteht aus einer 45 cm tiefen, tragenden Stützen-Riegel-Konstruktion aus Betonfertigteilen, die als Gewände um die Fensteröffnungen herum sichtbar werden und sich im Innenraum fortsetzen. Daraus ergibt sich eine Leibungstiefe von insgesamt 60 cm. Sie unterstützt die Idee des Kreuzganges und ist gleichzeitig als konstruktiver Sonnenschutz wirksam. Die übrige Fassade ist mit massiv gemauertem Sandstein verblendet. Die FensteröffnunÂgen sind in beiden Geschossen raumhoch. Die einzelnen Teile des Gebäudes - Sandstein, Beton, Glas und Holz - sind in Farbe sowie Material der St. Petri Kirche sehr ähnlich und stehen zusammen mit dem regelmäßigen Rhythmus der Betonfertigteile für Beständigkeit und Klarheit.”
Die Kunst der Sandstein-Oberflächen
Prägender Bestandteil des Gemeindezentrums sind die mächtigen Gewände aus Betonfertigteilen. Die Oberflächen der komplexen, thermisch getrennten Fertigteile sind rundum abgesäuert. Dadurch treten die gelb-braunen Sande der Gesteinskörnungen zu Tage. Zusammen mit dem sehr hellen Spezialzement Optacolor und einem Hauch gelber Farbpigmente entsteht eine Oberfläche, die dem Sandstein optisch ähnelt und in der Qualität nicht nachsteht.
Ursprünglich war für diese tragenden Betonteile ein B35 gefordert. Bedingt durch die hohen Anforderungen an die OberfläÂchengüte der Teile bot das ausführende Betonfertigteilwerk bereits im Vorfeld einen B55 an. Als Kernstück der Rezeptur erwies sich der SpeÂzialÂzement Optacolor von Lafarge Zement. Es bot wichtige EigenÂschaften. Der sehr hell abbindende Zement ist nicht nur die Basis für eine gezielte und exakte Farbfindung. Er ist zugleich im hohen Maße geeignet zur Herstellung hochfließfähiger, homoÂgener und damit dichter Betone. Das ist wiederum eine grundÂlegende Bedingung für hochwertige Betonteile, die abschließend durch Absäuern veredelt werden. Denn erst durch das Absäuern treten die feinen Sande zu Tage. Dann schlägt die Stunde der WahrÂheit. Wie exakt die Zuschläge komponiert, vermischt, verÂdichÂtet und eingebaut sind, das belegen die fertigen Oberflächen. Selbst bei überaus kriÂtischer Betrachtung der vielen Flächen mit SandÂsteincharakter sind in der Ausführung Fehler nicht wahrnehmbar. Hier wurde perÂfekte Arbeit geleistet. Die durch Absäuern zu Tage tretenden SandÂkörner liegen in sehr hoher Gleichmäßigkeit vor.
Das FertigÂteilÂwerk Biber-Beton aus Karsdorf verwendete hierfür eine Gesteinskörnung in einer 16er Sieblinie. Nach umfangreicher BeÂmusterung mit verschiedenfarbigen Sanden und Farbpigmenten entschieden sich die Architekten für eine Gesteinskörnung, wie sie in der Region üblich ist, mit einer minimalen Zugabe von nur 0,2 % v. Z. des Farbpigments „gelb”. Der w/z-Wert der Betonmischung lag bei 0,42 bis 0,44. Dies wurde möglich durch den Einsatz eines Hochleistungsfließmittels (Premia 100 von Chryso). Die Betonteile wurden in einer Holzschalung hergestellt.
Neben der gelungenen Oberfläche gilt besondere Aufmerksamkeit auch den technischen Details der Betonteile. Kaum ein Teil gleicht dem anderen. Serienfertigung war nicht möglich, weil immer wieder Anschlussdetails variierten.
Bemerkenswert ist auch die statische Konstruktion des Bauwerkes. Die mächtige Fassade trägt das Bauwerk. Die Geschoßdecken hängen per Isokorb an den Fassaden. Die Innenwände sind nicht tragend und bestehen entweder aus 8 cm dicken Beton-InnenÂschalen oder aus GipskartonkonÂstruktionen. Zu erwähnen ist auch die thermische Trennung des Bauwerkes. Die Stützen-Riegel-Konstruktion steht punktförmig auf dem massiven KellergeÂschoß. Der unterste Riegel (Sohlbank) liegt auf einem Mauerfuß-DämmÂelement, das auch den zurückspringenden Auflagepunkt des 45 cm tiefen Ständerwerkes dämmt (siehe Zeichnung).
Fazit:
Das Gemeindezentrum St. Petri in Magdeburg ist geprägt von Betonfertigteilen mit Sandsteincharakter. Um den hohen AnfordeÂrungen an diese Bauteile gerecht zu werden, kam der Spezialzement Optacolor® zum Einsatz. Er sichert neben der sehr hellen GrundÂtönung vor allem einen dichten, hochfließfähigen und weitgehend porenfreien Beton. Dieser ist Basis für die gelungene OberflächenÂveredelung durch Absäuern.
Bautafel:
Bauherr: Katholische Kirchengemeinde St. Petri, Magdeburg
Architekten:
TromÂpeter + Münster, Magdeburg, und Pahl + Mersch, Dresden
Betonfertigteillieferant: Biber-Beton, Karsdorf
Ausführendes Bauunternehmen: Wayss & Freytag, Niederlassung Magdeburg
Spezialzement: Optacolor® von Lafarge Zement
FOTOS:
Montage der Betonfertigteile.
Fotos: Biber-Beton
Blick auf das Gebäudeensemble von St. Petri Kirche (Mitte) und Wallonenkirche (rechts) am Elbufer.
Schnitt durch die Fassade.
Der Gemeindesaal gegenüber dem Haupteingang zur Kirche ist hell und offen für alle.
Jahrhunderte trennen Kirchenbau und Gemeindehaus St. Petri in Magdeburg. Verwandte Baustoffe sind Basis für die anÂgestrebte Ensemblewirkung. Der Spezialzement Optacolor® sichert den gelungenen Sandsteincharakter der Betonfertigteile.
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Die Betonfertigteile auf Basis des Spezialzementes Optacolor® präsentieren sich mit edlen, sandsteinartigen Oberflächen. Insgesamt 60 cm tief sind die tragenden Stützen-Riegel-KonÂstrukÂtionen. Sie bieten Sicht- und Sonnenschutz.
Fotos: Lafarge Zement
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