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Fachbericht: Forschen in der Abgeschiedenheit/
Max-Planck-Institut
Montag, 8 August, 2005
In Klausur –
Forschen in der Abgeschiedenheit
Inspirierendes Institut
Ein faszinierendes Bauwerk steht vor den Toren von Greifswald. Das Max-Planck-Institut überzeugt mit inneren und äußeren Werten. Die Farb- und Materialwahl der Fassade folgt hohen Qualitätsansprüchen.
Das Thema heißt Energie und ist so spannungsvoll gelöst wie selten in der Industriearchitektur. Wer von Berlin aus kommend nach drei Stunden Autofahrt Greifswald an der Ostsee erreicht, dürfte nach so viel weitläufiger Landschaft von diesem Bauwerk überrascht sein. In Greifswald, in der verkehrstechnisch wohl entferntesten Ecke Deutschlands, wird an der Zukunft der Energiegewinnung geforscht.
Der Neubau einer Außenstelle des Max-Planck-Institutes wurde im Juli 2000 eingeweiht. Hier befindet sich der neue Standort des Fusionsexperimentes „WENDELSTEIN 7-X“. Statt Kernspaltung ist es die Kernfusion, die, ähnlich wie die Sonne, eines Tages Energie liefern soll. Neben der Bundesregierung und dem Land Mecklenburg-Vorpommern fördert insbesondere die EU dieses Forschungsvorhaben. Ein faszinierendes Bild der Zukunft, ein Schlüsselprojekt, für das viele Forscher nach Nordosten ins einsame Land gehen.
Weitab von der Geschäftigkeit der Großstädte und frei von deren Ablenkungen wird hier gearbeitet. Das Gebäude dürfte für viele der klugen Köpfe zur zweiten Heimat werden, denn es gilt, ein anspruchsvolles Projekt umzusetzen.
In der Magistrale: „face-to-face“
Die Funktion des Bauwerkes folge, so das Büro Henn Architekten aus München, der Analogie einer mittelalterlichen Klosteranlage. In den „Zellen“ sei die Konzentration sichergestellt, die Kommunikation finde im „Kreuzgang“ statt. Und so sind auch die räumlichen Zuordnungen entlang einer Magistrale organisiert. Die Architekten zitieren Tom Allen vom MIT in Boston (Cambridge), wonach in einer Langzeitstudie festgestellt wurde, dass 80% aller innovativen Gedanken durch „face-to-face“ Kommunikation entstünden. Die informative Begegnung trage somit wesentlich zur Generierung neuer Gedankengänge bei.
Ein Forschungsgebäude ist demnach im hohen Maße ein Ort, an dem bauliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Kommunikation funktioniert. Eine Magistrale verbindet die eigentlichen Denkerbüros, die auf drei bis vier Ebenen übereinander liegen. Ihnen gegenüber befinden sich die Werkstätten und am südlichen Ende der Magistrale das sogenannte Torusgebäude, in dem das Fusionsexperiment läuft.
Der mehrgeschossige Kommunikationsraum ist zugleich auch Begegnungsstätte und vernetzt Eingangshalle, Bibliothek, Cafeteria und die Seminarräume miteinander. In ihrer transparenten Ausbildung als Stahl-Glas-Konstruktion bezieht diese Achse die Außenhülle visuell mit ein und fördert so die Verzahnung von Landschaft und Architektur. Dies wird durch das fingerartige Hinausgreifen der Bürotrakte im Wechselspiel mit den grünen Höfen forciert. Es entstehen Orte der Kommunikation und der Begegnung.
Über allem die Ostseewelle
Die unterschiedlichen Institutsteile sind im Dachbereich mit einer Art Ostseewelle weithin sichtbar zusammengefasst. Die verschiedenen Gebäudefunktionen sind an ihren Fassaden grob erkennbar. Wo es um Technik geht, spiegeln Alu, Stahl und Glas die Funktion des Bauwerkes wider.
Naturrote ArGeTon-Ziegelfassaden signalisieren die Büroeinheiten und geben auch dem Eingangsbereich den notwendigen farblichen Kontrast. Auf dem Eingangsportal steht die Morgensonne. Glitzerndes Aluminium, schillerndes Glas und die warme, erdfarbene Ziegelfassade begrüßen alltäglich die eintreffenden Mitarbeiter. Über eine Brücke, als wäre es eine wehrhafte Festung, gehen sie aus dem Alltag in die Welt der Forschung über.
ArGeTon: Synonym für Natur und Technik
In der Fassade spiegelt sich der Trend der Zeit wider. Metall und Glas in Kombination mit natürlichem Ziegelmaterial präsentieren sich heute als ein adäquates Gestaltungsmittel der Wirtschaftsarchitektur. Hier leistet die ArGeTon-Ziegelvorhangfassade der F.v. Müller Dachziegelwerke einen interessanten Beitrag. Sie steht einerseits für Tradition, Bewährung, Qualität, für den Bezug zur Natur, andererseits aber auch für Spitzentechnologie und sachliches modulares Denken.
Im Eingangsbereich präsentiert sich die Ziegelfassade relativ glatt und schlicht. Ein gelbes Neonband, dass diagonal über die ziegelrote Fläche verläuft, zieht einen Strich über die Fassade. Dieses gelbe Neonband gehört zu einer Lichtinstallation, die bei Nacht einen „Strom“-Blitz über Teile des Gebäudes projiziert.
Die gesamte Fassade ist mit senkrechten und zum Teil auch waagerechten Lisenen unterteilt. Technisch seien hier stellvertretend für alle anderen, ähnlich konzipierten Flächen die rückwärtigen Fassaden der Bürotrakte betrachtet. Ihre Optik ist von waagerechten und senkrechten Lisenen geprägt. Was wie ein modernes Stahlfachwerk aussieht, ist komplett vorgehängt und auch nicht aus Stahl, sondern aus metallic-grau lackierten Aluminium-Sonderprofilen. Die ArGeTon-Fassade und die Aluminium-Lisenen sind in einer Ebene vor die Stahlbetonwand gehängt. Dahinter ist Platz für mindestens 120 mm Mineralwolledämmung.
Die Architekten sprechen hier von einer elementierten Fassade. Dies mag so im ersten Augenblick richtig erscheinen, denn die Alu-Lisenen und die ArGeTon-Ziegelflächen dazwischen folgen modularen Konzepten. Im Raster von 6 x 6 oder 6 x 7 Platten sind die Fassadenflächen schnittfrei durchgeplant. Sie wurden allerdings nicht in kompletten Einheiten vorgehängt, sondern vor Ort einzeln montiert. Die Montage einer sauber durchkonstruierten Fassade hat freilich etwas Elementares.
Tragender Bestandteil der Fassade sind Aluminium-Lisenen aus Sonderprofilen, die äußerlich einem Doppel-T-Stahlprofil ähneln. Die 210 und 125 mm breiten U-förmigen Lisenen sind hinter der Ziegelfassade mit quer verlaufenden Aluminium-Rechteckrohren (100×40x3) verbunden. Auf diesen Rohren ist dann die senkrechte UK für die ArGeTon-Ziegelplatten montiert. Die Hohlkammer-Ziegelplatten wurden in einem Raster von etwa 400 x 175 mm montiert.
Die Fassadenlasten werden über die Lisenen in übliche Fassadenanker darunter abgetragen.
Fazit:
Möglichst viel Kommunikation im Inneren und die Funktionen von außen präzise in der Fassade erkennbar, das ist das Max-Planck-Institut in Greifswald. Eine aufwändige Fassadentechnik sorgt für gelungene Harmonien der Oberflächen. Die ArGeTon-Ziegelfassade kontrastiert hier mit Aluminium und Glas.
BAUTAFEL:
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik,
Teilinstitut Greifswald
Bauherr: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Königinstraße 19, 80539 München
Architekten: HENN ARCHITEKTEN,
Augustenstraße 54, 80333 München
Fachbauleiter Fassade: Ingenieurbüro für Baumanagement Fassade, Planung von Metall- und Glasfassaden,
Dipl.-Ing. Klaus Oberländer, Dorfstraße 28, 17495 Karlsburg
Fassadenplanung und Fertigung: Magnus Müller GmbH & Co. KG, Hauptstraße 1, 35518 Butzbach (nicht mehr existent)
Fassadenmontage: HABAM Baucontor GmbH, 17489 Greifswald
Ziegelfassade: ArGeTon-Fassade von ArGeTon Eisenberg/Pfalz, und Görlitz/Sachsen
BILDTEXTE:
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Bild 1: Max-Planck-Institut: Nordansicht. In einer Mulde hinter den Bürogebäuden wurde ein vorhandener Teich vergrößert. Er dient u.a. auch als Regenwasserrückhaltebecken.
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Bild 2 + 3 + 4: Zwischen Teich und Institutsgebäude erstreckt sich eine großzügige Grünanlage. Die offenen Regenwasser-Ablaufgräben sind nicht nur profane Kanäle, sondern gestaltete mit Sitzgelegenheiten ausgestattete Wege, Stege, Skulpturen, zum Begehen, Verweilen und Ausruhen.
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Bild 5 + 6 + 7: Die Bürotrakte sind wie die übrigen Fassaden mit Lisenen unterteilt. Zwischen den Lisenen wurden die freien Felder hier mit der ArGeTon-Fassade bekleidet.
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Bild 8 + 9 + 10: Die Ostfassade ist vor allem von den Metall- und Glasfassaden der Labor- und Werkstattgebäude geprägt. Für den notwendigen Farbtupfer sorgt hier die ziegelrote ArGeTon-Fassade.
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Bild 11+ 12: Spannungsvoll komponierter Eingangsbereich: Natürliche, warme, keramische Farben der ArGeTon-Fassade und die kühlen, technisch betonten Stahl- und Glasfassaden.
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Bild 13: Die Magistrale verbindet die Büros mit den Labors und Werkstätten
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Bild 14: Im Eingangsbereich ist genügend Raum für Begegnung und Gespräche. Die Ziegelfassade des Eingangsbereiches durchdringt die Fensterfront und setzt sich im Inneren fort.
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Bild 15 + 16: Die Ziegelfassade des Eingangsbereiches durchdringt die Fensterfront und setzt sich im Inneren fort.
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Bild 17: Erinnerung an Max Planck im Eingangsbereich.
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Zeichung 1: Fassade der Bürotrakte: Zwischen den großen Lisenen sind die ArGeTon-Ziegelplatten schnittfrei montiert.
Alle Fotos und Zeichnungen bis hier: ArGeTon
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Zeichung 2: Lageplan des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik in Greifswald.
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Zeichnung 3: Ostansicht der Außenstelle des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik in Greifswald.
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Zeichnung 4: Grundriss des Institutes mit Bürotrakten, Labor- und Werkstatttrakt und u.a. auch dem Torus-Gebäude.
Zeichnung: Henn Architekten
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ArGeTon im Internet: www.argeton.de
