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Fachbericht:
Details des Luftdicht-Dämmsystems LDS
Donnerstag, 17 März, 2005
Alles dicht?
Luftdicht, aber richtig!
Nur luftdicht eingepackte Gebäudehüllen funktionieren wie geplant. Eine sorgfältige Ausführung der Luftdichtheit ist hierfür zwingend erforderlich. Welche Baustoffe sind dafür geeignet? Wie sehen zuverlässige Details aus?
Eine Gebäudehülle muss luftdicht sein. Dies wird seit JahrÂzehnÂten in den Normungen gefordert. Eine fehlerhafte LuftÂdichtheitsÂschicht schränkt die Funktionen der Außenbauteile ein. BauschäÂden durch kondensierende Feuchte und in der Folge SchädlingsÂbefall sind oft zu beklagen. Sachverständige stellen in diesem Bereich immer wieder gravierende Mängel fest. Fehlerhafte VerÂarbeitung, aber auch ungeeignete Produkte und MaterialkombiÂnationen sind Grund für Bauschäden mit erheblichen wirtschaftÂlichen Folgen für alle Beteiligten.
Luftdichtigkeit ist, vor allem im Zuge der steigenden Heizkosten, ein aktuelles Thema. Hier die wichtigsten Punkte rund um das ausgebaute Dachgeschoss.
Wie haltbar ist die Luftdicht-Ebene?
Die Energieeinsparverordnung EnEV fordert in § 5: „Zu errichtenÂde Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragenden Umfassungsflächen einschließlich aller Fugen dauerhaft luftunÂdurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet sind.” Der Begriff „dauerhaft” lässt sich jedoch weder im Gesetz, noch im technischen Regelwerk finden. Geht man aber davon aus, dass eine Dacheindeckung frühestens nach 40 bis 50 Jahren ausgetauscht wird, so ergibt sich daraus, dass auch die LuftÂdichtÂheitsebene eine mindestens vergleichbare AlterungsbeÂstänÂdigÂkeit aufweisen muss.
Lösungen dieser Vorgabe sind verfügbar. Die AlterungsÂbeÂstänÂdigkeit von Materialverbindungen ist heute in wissenschaftÂliÂchen Testreihen überprüfbar. Planer und Verarbeiter erhalten auf diese Weise eine ausreichende Planungs- und Anwendungssicherheit. Als erstes Unternehmen der Branche hat Knauf InsulaÂtion sein Luftdicht-Dämmsystem LDS auf eine bauübliche HaltÂbarkeit von 50 Jahren prüfen lassen.
Erste Prüfergebnisse liegen seit 2003 vor. Fazit dieser Prüfungen ist, dass nur aufeinander abgestimmte Systeme aus Folie, KleÂbeÂband oder Klebstoff eine solch lange Haltbarkeit sichern. Und selbst wenn im System gearbeitet wird, empfiehlt das UnterÂnehmen ganz bestimmte Details, deren Funktionstüchtigkeit erwiesen ist. Die Prüfung auf eine 50-jährige Haltbarkeit der Luftdichtheit wirft auch ein neues Licht auf viele Details und die dafür verwendeten Werkstoffe. Einige übliche Methoden sind nicht mehr empfehÂlenswert. Für den Planer hier die Punkte, auf die bei der BauÂüberwachung besonders geachtet werden sollte:
Folie mit Folie
Bei der Verklebung von Folien untereinander ist ein gewisser Anpressdruck erforderlich, um dauerhaft zu kleben. Dies gelingt nur schwer bei Folien, die quer zu den Sparren verlegt werden. Hierbei findet die Verklebung zwischen den Sparren sozusagen schwebend (ohne Widerstand) statt. Ohne Gegendruck ist die Verklebung zumindest nicht so sicher. Die ideale Lösung ist die Verlegung der Folien längs der Sparren. Hierbei werden die FoÂlienstöße auf den Sparren gelegt. Die Verklebung kann druckvoll geschehen. Auch die Variante mit Kompriband und Dachlatte ist hier möglich. Diese Latte kann zugleich als Unterkonstruktion für den trockenen Innenausbau dienen. Sollte dennoch kein Stoß auf einem Sparren möglich sein, empfiehlt sich ein Detail wie in ZeichÂnung 1, Teil D.
Am Giebel
Der Folienanschluss an Giebelwände kennt verschiedene VarianÂten. Klassisch ist die Fixierung der Folie mit einem vorkompriÂmierten Dichtband und Dachlatte (siehe Zeichnungen). BedinÂgung für diese Anschlussvariante ist eine Wandoberfläche, die dem Dichtband beim Expandieren die Möglichkeit gibt, die UnÂebenheiten der Wand auszugleichen. Glattes MauÂerwerk mit Fugenglattstrich ohne tiefe scharfkantige Rücksprünge, aber auch ein Putz erfüllen diese Vorgaben. Der Putz kann bei dieser Methode noch relativ frisch sein. Das Detail mit einem vorkomÂprimierten Dichtband und Dachlatte funktioniert auch bei DauerÂfrost.
Der Anschluss mit Expansionsband und Dachlatte wurde in den zuÂrückliegenden Jahren von der Verklebung verdrängt. Der KlebÂstoff aus der Kartusche bietet den Vorteil, dass er auch auf rauÂhen UnterÂgrünÂden eine solide Dichtung herstellen kann. Der Kleber kann zudem bei scharfkantig rückspringenden Fugen die dabei auftretenden Hohlräume gut verfüllen. Doch gilt es beim Kleben einige neue Randbedingungen zu beachten. Vor der VerkleÂbung muss sichergestellt sein, dass die OberÂfläche frei von Staub, Fetten oder Ölen ist. Der UnterÂgrund muss außerdem beÂreits trocken und tragÂfähig sein. Doch wann ist ein Putz trocken und tragfähig? Das hängt von vielen Faktoren ab. Knauf InsulaÂtion empfiehlt einen einfaÂchen Test. Vor Feierabend wird eine kleine Kleberaupe auf die verputzte Giebelwand gelegt. Am nächsten Tag muss dieser KlebeÂstreifen fest am Putz haften, und zwar so fest, dass er sich auch mit Gewalt nicht als Ganzes von der Wand löst.
Vorgehensweise bei der Verklebung: Mit einer SpritzÂkartuÂsche wird der Kleber in einer Dicke von 8 bis 10 mm aufgeÂtragen und die Folie nach einer Wartezeit zwischen einer und 24 StunÂden in die KleÂbeÂÂrauÂpe hineingeÂdrückt. Beim Festdrücken der Folie darf die Kleberaupe maximal auf 4 mm zusammengedrückt werden. Die Mindestverarbeitungstemperatur beträgt bei diesem System +5°C.
Die neueste Technik in diesem Sektor, sie wird hierzulande nur von Knauf Insulation angeboten, ist die Kleberaupe. Dabei hanÂdelt es sich um eine bereits vorgefertigte Dichtraupe, die von der Rolle direkt auf die Wand geklebt wird. Diese Technik funktioniert ähnlich wie der Kleber aus der Kartusche und benöÂtigt daher ebenfalls einen sauberen und trockenen Untergrund. Großer VorÂteil der Dichtraupe ist die sofortige VerarbeitÂbarkeit ohne WarteÂzeit und das auch bei Frost bis minus 10°C. Das Unternehmen geht bei dieser einfachen, leicht zu handhaÂbenden und sauberen Technik von einer Zeitersparnis in der Verarbeitung von rund 50 % aus.
Der Vollständigkeit halber, gilt es hier noch den Putzanschluss zu nennen. Dabei wird die Dampfbremse mit Hilfe von Streckmetall auf der Giebelwand fixiert und eingeputzt.
Auf der Rohdecke
In der Dachschräge vollflächig verklebt und an den GiebelwänÂden fixiert, gilt es abschließend den kompletten Folienvorhang auf der Rohdecke zu fixieren. Egal ob Nassestrich oder TrockenÂunterboden, üblicher Weise wird der Folienvorhang auf dem Boden ausgelegt und von der TrittÂschaldämmung abgedeckt. Mit dem Estrich entsteht die Auflast und die Folie bleibt darunter fixiert.
Dennoch heißt die Empfehlung anders. Trotz der sicheren Lage unter dem Estrich wird eine Verklebung der Folie auf dem Boden empfohlen. Dies vor allem, weil z.B. die Luftdichtheit in den Ecken zwischen Giebelwand und Rohdecke auf diese Weise bedeutend besser gewährleistet ist.
Durchbrüche
Die Luftdichtheit muss auch für Durchbrüche jeglicher Art gelten. Dies können Leitungen, Balken oder auch Dunstrohre sein. Im ersten Schritt lassen sich diese Arbeiten mit besonders elastischen Dichtbändern erledigen. Mittlerweile gibt es aber für viele Durchbruch-Arten spezielle Manschetten, die einen sehr eleganten und haltbaren Abschluss sichern. Knauf Insulation bietet z.B. neben Leitungs- und Rohrmanschetten für kleine Rohrdurchmesser bis etwa 30 mm auch UniversalmanÂschetÂten für Durchführungen bis 125 mm Durchmesser. Mit diesem speziellen Zubehör lassen sich Durchbrüche nicht nur schnell und sicher montieren. Das elegante und professionelle Aussehen überzeugt auch die Bauherren.
Fazit:
Eine haltbare Luftdichtungsebene gehört zu den Vorgaben der EnEV. Das auf 50 Jahre geprüften Luftdicht-Dämmsystem LDS erfüllt diese Anforderungen. Je nach gewähltem Material und Detaillierung, gilt es die Verarbeitungsregeln der SystemkomÂponenten zu beachten. Nur wenn sorgfältig gearbeitet wird, gelingt eine haltbare Ebene.
ZEICHNUNGEN:
Zeichnung 1: Anschlussvarianten Folie an Folie: A: Verklebung mit Klebstoff oder Kleberaupe auf Sparren gedrückt; B: AbdichÂtung mit Kompriband und Dachlatte auf Sparren; C: Verklebung mit Klebeband auf Sparren gedrückt; D: Schwebende Verklebung zwischen den Sparrenfeldern.
Zeichnung 2: Anschlussvarianten Folie an Giebel: A: Verklebung mit Klebeband auf Holzwerkstoffen, Metall oder harten Kunststoffen; B: Putzanschluss mit Streckmetall; C: Anschluss mit Kompriband und Dachlatte; D: Anschluss mit Klebstoff oder Kleberaupe.
Zeichnung 3: Anschluss Folie an Rohdecke: Trotz Auflast durch Estrich wird eine Verklebung der Folie empfohlen, vor allem wegen der sicheren Lösung in den Eckbereichen.
Zeichnung 4: Für schnelle, sichere und elegante Durchbrüche empfehlen sich spezielle Manschetten.
ABBILDUNGEN:
Klassische Fixierung der Folie mit Kompriband und Dachlatte auf Rohdecke oder Giebelwand.
Verklebung der Folie mit speziellen Klebstoffen aus der Kartusche. Hierbei ist unter anderem die Dicke der Klebenaht wichtig.
Neueste Klebetechnik für Folien ist die Kleberaupe. Sie wird von der Rolle auf die Wand geklebt.
Beim Verkleben der Folien untereinender sollte das HandÂwerk darauf achten, dass genügend Druck für die Verklebung aufgebaut werden kann. Am besten gelingt dies, wenn Folienstöße auf Sparren oder Pfetten liegen.
Eine Untersparrendämmung ist in Verbindung mit einer Zwischensparrendämmung nicht nur dämmtechnisch sinnvoll. Die so entstehende Installationsebene schützt die Folien zusätzlich vor Beschädigungen.
Ein Schadensbild, wenn unter anderem Dampfbremsen nicht richtig abgedichtet wurden.
Fotos: Knauf Insulation
KASTEN
Neuheit von Knauf Insulation: Zertifiziertes Luftdicht-Dämmsystem LDS
Luftdicht für mindestens 50 Jahre
Als erster Dämmstoffhersteller lies Knauf Insulation sein System aus Dampfbremsen und Klebebändern auf eine 50 jährige DauÂerhaftigkeit der Verklebungen testen. Das LDS-System entspricht damit zuverlässig den Forderungen der EnEV. Das System beÂsteht aus den Thermolan-Produkten Unterspannbahn LDS 0,02 (sd-Wert ≤ 0,02 m), der Dampfbremse LDS 2 (sd-Wert = 2 m) oder LDS 100 (sd-Wert > 100 m), dem Klebeband Soliplan (Kraftpapier) und Soliflex (dehnbare Folie), dem Dichtkleber Solifix und dem Dichtband. Neu im System sind die Kleberaupe von der Rolle und verschiedene Luftdichtheitsmanschetten.
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