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Reportage:
Knauf Insulation in der Sanierung
Mittwoch, 24 November, 2004
Warm eingepackt nach 50 Jahren
Kein Holzweg in Bonn
Das Gebäude der ehemaligen US-Botschaft in Bonn wird saniert und für den Einzug eine Bundesbehörde vorbereitet. Der Holzrahmenbau erhält nach 50 Jahren eine richÂtige Wärmedämmung und eine luftdichte Gebäudehülle.
Die ehemalige US-Botschaft entstand 1951 direkt im ÜberÂschwemmungsgebiet des Rheins. Auf Betonstützen stehend, und mit einem massiven ersten Geschoss, wird das Bauwerk den ErforÂdernissen der Auenlage gerecht. Überschwemmungen sind hier vorhersehbar und auf Betonstützen überstand das Gebäude diese Beastung bisher planmäßig anstandslos. Auch das erste Geschoss ist noch massiv aus Bims gebaut. Darüber folgen drei reine Holzgeschosse. Der hier eingesetzÂte, ungedämmte HolzÂrahmenbau kam einst diÂrekt aus den Vereinigten StaaÂten.
Spartanisch und haltbar
Nach der Nutzung als Botschaft geht das Objekt nun in BundesÂeigentum über. In Kürze soll hier die BundesÂanstalt für LandwirtÂschaft und Ernährung einziehen. Zu diesem Zweck wurde die Bausubstanz einer genauen Prüfung unterzoÂgen. Die erstaunÂliche Erkenntnis war, dass der mehrgeschossige Holzrahmenbau aus 70×120 mm Ständern im Raster von 625 mm durchweg inÂtakt ist. Die spartanische Konstruktion kam in den zurückliegenÂden 50 Jahren fast ohne Dämmung aus. Der Energiebedarf muss beachtlich gewesen sein, denn die einzige DämmÂidee war eine ca. 5 cm dicke Holzwolle-Leichtbauplatte, die von außen als PutzträÂger fungierte. Diese Konstruktion war von innen mit einer dünnen Gipsplatte abÂgedeckt und die unverspachtelten Fugen zwiÂschen den GipsplatÂten abschließend mit einem aufgenagelten Brett abgedeckt. Die Elektroinstallation wurÂde auf den Gipsplatten verlegt.
Auch der Bodenaufbau ist einfach. Holzbalken 80×260 mm nutzen die alle 625 mm stehenden HolzstänÂder der AußenÂwände und der inneren Trennwände als Stützen. Auf diesen BalÂken liegen 24 mm Holzschalung, eine 3 mm dicke Gummi-GraÂnuÂlat-Matte (Trittschallschutz) und abschließend eine 24 mm dicke Spanplatte. Der gesamte Bodenaufbau ist rund 50 mm dick.
Ist und Soll
Das Holztragwerk war gesund. Auch die Holzwolle-LeichtbauÂplatten verrichten Ihren Dienst ohne Beanstandungen. Gleiches gilt für den mineralischen Putz auf den HolzÂwolle-LeichtbauÂplatÂten. Dieser weist nach 50 Jahren ebenfalls keine ErmüÂdungserÂscheinungen auf. Der Putz musste nur dort nachÂgebessert werden, wo durch den Einbau neuer Fenster die Anschlüsse beschädigt wurden. Gleiches gilt für den BodenÂaufbau.
Die Aufgabe bestand nun darin, die vorgefundene einfache BauÂsubstanz den Anforderungen des zukünftigen Nutzers anzupasÂsen. Der Wärme-, Schall- und Brandschutz musste auf einen aktuellen Stand gebracht und die gesamte Versorgungstechnik komplett neu installiert werden. Für den Umbau mussten rund 14.000 m² Bürofläche fast vollständig entkernt, neu gedämmt und ausgebaut werden.
Die vorgefundenen Holzrahmenkonstruktionen bestehen aus Hölzern etwa der Dicke 70 x 120 mm. Ein Rahmenelement ist 2700 x 1250 mm groß. Die Holzständer im Raster von 625 mm sind waagerecht und mit A-förmig verlaufenden Brettern ausgesteift.
Zur wärmetechnischen Ertüchtigung dieser HolzrahÂmenauÂßenÂwände wurde bei der SanieÂrung 100 mm dicke Thermolan MineralwolleÂdämmung eingelegt. Zusammen mit der außen im Bestand vorÂhandenen Holzwolle-Leichtbauplatte wird die Konstruktion der EnEV gerecht.
Luftdicht gedämmt
Von großer Bedeutung ist der luftdichte Abschluss der neu inteÂgrierten Dämmlage, denn nur wenn diese luftdicht eingepackt ist, kann sie auch funktionieren. Zu diesem Zeitpunkt bot Knauf InÂsuÂlation, als einziger Anbieter auf dem Markt das auf 50 Jahre geÂprüfte Luftdicht-Dämmsystem LDS an. Das System besteht aus Dampfbremsen und dazu passenden Klebebändern. Für dieses BauÂwerk hatte diese Haltbarkeitsprüfung symbolischen CharakÂter, denn nach 50 Jahren fast ohne Dämmtechnik folgen nun die nächsten 50 Jahre komplett mit allem Drum und Dran.
Die Dampfbremsen wurden auf der Innenseite der Außenwände bis auf die FensterÂrahmen verlegt und dort dauerhaft verklebt. Auch unterÂeinander kamen die speziellen Klebebänder von Knauf Insulation zum Einsatz, wobei das Unternehmen empfiehlt, Klebestellen über Ständerwerke zu legen, um für eine druckvolle Verklebung eine UnterÂlage mit Widerstand zu haben. Ein weitere Luftdichtigkeitsebene zogen die HandÂwerÂker unter den Decken und verbanden dieÂse sorgÂfältig mit den Dampfbremsen der AuÂßenwandabdichtung. Auch auf dem rohen Fußboden wurden die Folien entlang der Außenwand verklebt.
Normalerweise gäbe es auf dem fertigen Fußboden ein Problem, denn hier sollte nur noch ein Teppich verlegt werden und die Dampfbremse würde dann ungeschützt unter dem Teppich liegen. BeÂschäÂdigungen wären nicht ausgeschlossen. Hier half eine neue Detaillösung für die GebäuÂdeversorgung mit Medien. Ein 40 cm breites innen unter allen Fenstern verlaufendes BrüstungseleÂment enthält alle erforderlichen Medien und auch die Heizung. Der Teppich endet vor diesem Brüstungselement. Die VerkleÂbung der Dampfbremse auf dem Boden ist unter diesem Element ungefährdet und geschützt.
Schall- und Brandschutz
Ein solider Schutz für die Folien und Verklebungen des Luftdicht-Dämmsystems LDS sind GipsbeÂplankungen. Die Außenwände wurden direkt mit zwei 12,5 mm dicken GKF-Platten von Knauf beplankt. Die Decke erhielt ebenfalls eine direkte Beplankung mit einer 25 mm dicken GKF-Platte. Sie erfüllt damit, ebenso wie die Wand, die FeuerÂwiÂderstandsklasse F30-B. Normalerweise wird eine direkte Beplankung auf Holztragwerken, wegen der mögliÂchen Spannungen im Trocknungsprozess, nicht empfohlen. Bei dem hier vorliegenden 50 Jahre altem Holz muss aber niemand mehr Bewegungen befürchten.
Beim Schallschutz der Deckenkonstruktion galt es, aus dem VorÂhandenen das Beste zu machen. Der 50 mm dünne und dazu leichte Bodenaufbau war gesund und tragfähig. Die Planer entÂschieden sich für den Erhalt dieser Konstruktion. Damit sicherten sie im gesamten Gebäude das alte Bodenniveau. Alle TreppenÂschlüsse und Türhöhen konnten erhalten bleiben. Um den TrittÂschallschutz zu verbessern, wurde ein textiler Oberbelag eingeÂsetzt, der ein Trittschallverbesserungsmaß von rLw ≥ 26 dB sichert.
Der Luftschallschutz der Decken basiert auf einer mehrschichÂtiÂgen Konstruktion. Zuerst wurden die Balkenzwischenräume mit 100 mm Mineralwolle Typ W (Thermolan Classic 035) verfüllt, und mit der Folie des Luftdicht-Dämmsystems LDS abgeschlosÂsen. Darunter folgte, direkt in den Balken gefestigt, die 25 mm dicke GKF-Platte. Eine abgeÂhängte Decke aus 1 x 12,5 mm GK, an den Deckenbalken monÂtiert, schafft die neue Deckenansicht. Die Gesamtkonstruktion erreicht einen Luftschallschutz von R´w = 52 dB.
Fazit:
Die ehemalige US-Botschaft in Bonn ist in großen Teilen ein 50 Jahre alter Holzrahmenbau. Im Zuge der Sanierung erhielt das Bauwerk erstmals eine funktionstüchtige Wärmedämmung. Nach Abschluss der Umbauten in Trockenbautechnik präsentiert sich das Bauwerk mit einem deutlich verbessertem Wärme-, Schall- und Brandschutz. Dabei kamen neben den vielen Dämmstoffen vor allem das auf 50 Jahre geprüfte Luftdicht-Dämmsystems LDS von Knauf Insulation zum Einsatz.
Bautafel:
Objekt: Zukünftiges Verwaltungsgebäude der BundesÂanstalt für LandwirtÂschaft und Ernährung
Bauherr: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn
Architekten: Eller+Eller Architekten Düsseldorf mit ateliereller Architekten, Düsseldorf.
Ausführendes Unternehmen: Oberflächenschutz-System GmbH, Kalbe.
Die eingebaute Thermolan Dämmung ist sorgfältig mit dem Luftdicht-Dämmsystem LDS von Knauf Insulation abgeÂschlossen. Die Folie LDS 100 wurde hier mit dem Klebeband Soliplan verklebt. Die Handwerker klebten zusätzlich alle BeschäÂdigungen der Folien durch Klammern oder Schrauben mit kleinen „Soliplan-Pflastern” ab.
Die Bürobauten der ehemaligen US-Botschaft in Bonn werden nach der Sanierung neuer Sitz der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Zeichnungen:
Zeichnung 1: Schnitt durch die Wandkonstruktion.
Zeichnung 2: Schnitt durch die Deckenkonstruktion.
Zeichnung 3: Der Holzrahmenbau im Detail.
Fotos: Knauf Insulation
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