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Fachbericht:
Ziegelfassaden am anspruchsvollen Einfamilienhaus
Sonntag, 8 August, 2004
Wehrhafte Scheiben aus Ziegel
Als Herausforderung und Chance ist die ArGeTon-Fassade für das Dachdeckerhandwerk zu sehen. Mit steigenden Anforderungen an den Wärmeschutz dürfte diese ästhetische Lösung einem ganz bestimmten, anspruchsvollen Haustyp gut zu Gesicht stehen.
So schön die ArGeTon-Fassade ist, sie fordert vom Dachdecker auch eine besondere Leistung. Hierbei geht es weniger um die alltägliche, wetterfeste Bekleidung von Wänden. Es geht um exakte bauphysikalische Vorgaben und um Ästhetik. Im Team mit dem Architekten gilt es, egal ob Sanierung oder Neubau, Details abzustimmen und vor Ort sauber, gewissenhaft und millimetergenau zu arbeiten. Erst dann kann eine dauerhaft ästhetische, herausfordernde, zeitlose Fassade entstehen, wie diese hier in Bergschenhoek unweit von Rotterdam in den Niederlanden.
Für wahr, es gibt nicht viele Häuser, auf deren Wand diese Fassade voll zur Geltung kommt. Und es sind ganz bestimmt nicht die Knusperhäuschen zu denen diese Lösung passt. Es sind eher die modernen, geradlinigen Bauten mit klaren Linien und sauberer Planung der Fensteröffnungen. Erst wenn vertikale und horizontale Linien konsequent im Platten-Raster übereinander liegen, ja erst dann überzeugt diese Lösung in Geometrie, Farbe und Flächenwirkung wie kaum eine andere.
Planer, die mutig kombinieren und Handwerker, die kreativ mitwirken, das sind die besten Partner für die ArGeTon-Ziegelfassade. In Kompositionen mit Putz, Zink, Aluminium, Stahl, Glas, Klinker, Kalksandstein und selbst Metalleffektlacken läuft der grobkeramische Scherben zur Höchstform auf. Passend zu den zeitgemäßen Werkstoffen gibt es die Fassadenplatten in zehn verschiedenen Scherbenfarben. Von den naturroten Farbtönen über Sandfarben bis zum modernen Grau, reizvoll in den Farbnuancen eines Naturmaterials nuancierend, eröffnet diese Fassade dem engagierten Planer und Handwerker einen breiten Gestaltungsspielraum. Herausragendes leistet, wer dies erkennt.
Fassade als Visitenkarte
Ein Beispiel für mutige und herausfordernde Architektur liefer¬ten die Feekes en Colijn Architekten aus Utrecht/NL. Beim Bau mehrerer luxuriöser Einfamilienhäuser in Bergschenhoek in der Nähe von Rotterdam setzten sie die Ziegelfassade ein. Jedes der an einer Gracht liegenden Häuser ist von drei wehrhaften Scheiben geprägt. Bewusst ohne Eckprofile ausgeführt, wirken diese Scheiben massiv und schwer. Und so sehr diese Häuser mit ihren pastellroten, fein nuancierenden Ziegelplatten die Phantasie beflügeln, so wirken sie zugleich wie Trutzburgen am Wassergraben. Dieser Eindruck wird von den weißem, aus grob gebrochenen Kalksand¬stein gemauerten Gebäudeteil unterstützt und verstärkt. Die Architekten haben an diesen Bauwerken eine der Stärken des Produktes gekonnt herausgearbeitet und mutig Neuland betreten.
Fassadenplatten auf Holz-Unterkonstruktion
Wie kleine Wasserburgen stehen die Häuser direkt an der Gracht. Die hierfür gewünschte wie erforderliche, solide Basis bieten Wände aus Stahlbeton. Auf diesen Stahlbetonwänden baut die wärmegedämmte ArGeTon-Fassade auf. Architekt und Handwerker entschieden sich für eine preiswerte Holzunterkonstruktion.
Auf einer waagerechten Grundlattung mit den Maßen 48 x 80 mm wurde hier die senkrechte Traglattung mit den Maßen 28 x 120 mm aufgebaut. Die Grundlattung (siehe Zeichnung) ist mit Stahl¬winkeln 90 x 50 mm, 57 mm breit und 2,5 mm dick an der Stahlbetonwand im waagerechten Raster von 50 cm, abwechselnd von unten gestützt oder von oben abgehängt, montiert. Diese Winkel sind im langen Schenkel mit Langlöchern versehen, damit die UK darin auf Maß verschoben werden kann. Im kurzen Schenkel, in der Verbindung zwischen Winkel und Stahlbetonwand, gibt es keine Verschiebemöglichkeit. Zwangsläufige Bohrungenauigkeiten wirken sich hier zwar auf die Lage dieser UK aus, doch sind diese Abweichungen in dieser Ebene nur von untergeordneter Bedeutung. Die Grundlattung muss in der Waagerechten nicht absolut gerade liegen. Sie muss lediglich in der Fläche eben sein und senkrecht stehen. Und dies ist über die Langlöcher im langen Schenkel des Stahlwinkels sichergestellt.
Das senkrechte Achsmaß der Grundlattung ist mit 650 mm so gewählt, dass zwischen die Grundlattungen 600 mm breite, 100 mm dicke Mineralwolle-Einlagen hineinpassen. Die Stahlwinkel sind in der Stahlbetonwand mit 10-mm-Dübeln und 7×70 mm Edelstahlschrauben montiert. Beim Ausrichten der Grundlattung, in der Ebene und der Senkrechten, half ein Lasernivellierer. Kleine 5 x 30 mm Schrauben hielten im ersten Montageschritt die Hölzer in der gewünschten Lage. Nach der Justage der Grundhölzer wurden diese durch die Langlöcher im Stahlwinkel hindurch vorgebohrt und abschließend mit 6 x 50 mm Schrauben endgültig fixiert.
Im zweiten Arbeitsgang folgte die senkrechte Traglattung aus Holzbohlen 28 x 120 mm. Sie wurden mit 5 x 70 mm Schrauben auf die waagerechte Grundlattung geschraubt. Auf diese so vorbereitete Unterkonstruktion projizierten die Handwerker mit dem Lasernivellierer eine Grundlinie. Die ersten Plattenhalter wurden montiert. Dazwischen legten die Handwerker das senkrechte, federnde Doppel-S-förmige Fugenprofil. Es sichert mit seiner Nase formschlüssig die Lage der Platten und setzt zugleich diese von hintern mit Federwirkung „klapperfrei“ unter Spannung.
Mit Hilfe einer etwa zwei Meter langen Lehre, wurden die folgenden 10 Positionen für die Plattenhalter, im 200 mm-Raster in der Senkrechten nach oben, abgezeichnet. Auf diese Weise ging die Montage der Plattenhalter und anschließend auch der Platten schnell voran.
Details nur im Planungsteam
Die Details der Fassade wurden nach bewährter niederländischer Art im Planungsteam zwischen Fassadenbauer und Architekt gemeinsam erarbeitet. Auf diese Weise gelang es, die Fenster- und Wandmaße so abzustimmen, dass die Fassadenplatten aus dem harten keramischen Material nur ganz selten geschnitten werden mussten.
Als Ausgangspunkt für eine schnittfreie Fassade wählten die Fassadenbauer die Fensterstürze der zwei in der Fläche übereinander liegenden Fenster. Auch wenn die Rohbaumaße der zwei Fensteröffnungen nicht millimetergenau mit dem 200-mm Raster der Fassade übereinstimmten, hatten die Fassadenbauer keine Probleme. Die Abweichungen wurden mit der Höhe des Fenstersturzes ausgeglichen. Entscheidende Vorgabe des Architekten war, dass sich die Abweichungen der Fassadenhaut innerhalb der Höhe des Blendrahmens der Fenster abspielen sollte. Beim Anblick der Fassade steht fest, dass die Handwerker ihren Job perfekt gemacht haben.
Zum perfekten Bild der drei Fassadenscheiben gehören die auf Gehrung geschnittenen Anschlüsse. Damit wollten die Architekten gezielt einen schweren, massiven Charakter der Wände erzeugen. Mit einer speziellen, diamantbestückten und wassergekühlten Säge wurden alle Platten vor Ort geschnitten.
Dipl.-Ing. Gerard Halama, Bremen
Fazit:
Die anspruchsvolle ArGeTon-Ziegelvorhangfassade ist ein interessantes Betätigungsfeld auch für Dachdecker. Mit Engagement und Liebe zum Detail entstehen reizvolle wie ungewöhnliche Fassaden. Am Beispiel eines niederländischen Objektes wird der Aufbau der Fassade geschildert.
BAUTAFEL
Architekt: Feekes en Colijn Architekten in Utrecht / NL
Ausführendes Unternehmen:
Keratech Gefelsystemen BV, Tilburg - NL
ArGeTon-Platten: ArGeTon
Eisenberg/Pfalz und Görlitz/Sachsen
BILDTEXTE:
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Bild 1 + 2: (Titel)
Innovativ und herausfordernd: ArGeTon-Fassade für Einfamilienhäuser in den Niederlanden.
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Bild 3 + 4 + 5:
Der besondere Reiz der ArGeTon-Ziegelvorhangfassade basiert auf dem klaren Raster von 200 x 400 mm. In der schnittfreien Ausführung ist eine solche Fassade besonders überzeugend.
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Zeichnung 1:
ArGeTon-Fassade in den Niederlanden auf Holzunterkonstruktion im senkrechten Schnitt.
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Zeichnung 2:
Ansicht des Hauses zum Garten hin.
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Zeichnung 3:
Teil des Grundrisses mit den drei wehrhaften Mauern.
Fotos: ArGeTon
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ArGeTon im Internet: www.argeton.de
